Montag, 26. April 2010

Der lange Arm des Gestzes.

Die Klassenlehrerin der 7. Klasse, die ich in Englisch habe, ist seit den Osterferien in Mutterschutz. Wie zu erwarten war, drehen etliche Schüler der Klasse nun extrem auf, testen, wie weit sie gehen können, was passiert, wenn das Alphatier nicht mehr da ist, ob es Konsequenzen gibt bei Regelverstößen. Das übliche.
Eine Regel, die die Kollegin für ihre Klasse aufgestellt hat, lautet, dass niemand in Trainingshosen zur Schule erscheinen darf. Das mag zunächst seltsam anmuten, hat aber durchaus seinen tieferen Sinn. Doch das können die Schüler besser selbst erklären. Letzte Woche liefen nämlich an einem Tag gleich fünf der Jungs in Jogginghosen auf. Leider hatten sie nicht eingeplant, dass die Klassenlehrerin durchaus noch häufiger in der Schule vorbeikommt... Da war dann Schluss mit lustig. Erstaunlich, wie das mit der Prägung funktioniert (Pawlow und - wie hieß noch der Typ mit dem Gänseküken? Ah, Lorenz - wären begeistert). Als die Jungen ihre Lehrerin über den Hof kommen sahen, ist ihnen regelrecht die Kinnlade heruntergeklappt. Zwei von ihnen waren den Tränen nahe.
Wie dem auch sei, kleine Sünden ahndet eine Klassenlehrerin sofort, so dass ich euch die Hintergründe und Details in schriftlicher Form präsentieren kann. Ich hoffe man kann alles lesen, wenn man zur Vergrößerung auf die Fotos klickt.

Wie lernen: Jogginghosen haben kein Style.

So, hier wird's schon komplexer. Kleiner Verständnistipp: Es gibt tatsächlich gar nicht mal so wenige Schüler, die in den Klamotten zur Schule kommen, in denen sie auch geschlafen haben. Woher die Lehrer das wissen? Oh, da entwickelt man so'n Gespür...

Die Kurzfassung hat natürlich auch ihren Reiz. Vor allem für den, der den Aufsatz schreiben sollte...

Ich weiß, ein Schmankerl für Graphologen. Falls ihr aufgebt, hier die Schlüsselformulierungen: "das kommt assi rüber" und "weil ja nicht jeder wissen soll, dass wir Hauptschüler sind". Was für eine ernüchternde, wenn auch treffende Selbsteinschätzung.

Tja...

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