Donnerstag, 12. November 2009

Molière und ich.

Der November gibt sich auch weiterhin alle Mühe.
Gestern 90min. Kleinkrieg mit ver-/gestörtem Fünftklässler. Klassen, in denen zum Teil bis zu 14 Kinder fehlen. Ein Mädchen, das erst fehlt, dann wieder auftaucht und dann wieder fehlt, diesmal mit der Zusatzinfo "Verdacht auf you-know-what".
Dann stinkende, wankende, tuchfühlungbegeisterte, alkoholisierte Piraten, Bibos, Pharaonen, Bezaubernde Jeanies, Frösche und Hippies in den Zügen, die meinen an St. Martin Karneval feiern zu müssen (Und kein einziger als St. Martin verkleidet! ...Bin ich hier wirklich richtig im Rheinland??).

Heute Spaß auf dem Bonner Hauptbahnhof:
"Wichtiger Sicherheitshinweis: Aufgrund eines herrenlosen Gepäckstücks fordern wir alle Reisenden auf, das Bahnhofsgelände umgehend zu verlassen."
Allgemeines verwirrt-genervtes Rumstehen direkt vor dem Bahnhof (wie zweckmäßig) - keine Absperrungen, keine ordnenden Polizisten in Sicht. Irgendwann bewegt sich der Pulk wieder rein und alle folgen. Weiteres Rumstehen am Gleis, weil der Zug nu natürlich dicke Verspätung hat (Wieso? - Ja, wieso nicht?!).
Ein vereinzelter Mann vom Ordnungsamt murmelt in sein Funkgerät "Hier sind Hunderte von Leuten auf Gleis 1, da brauchen wir Verstärkung zum Räumen." Man hofft, dass der Zug vor den Räumtrupps ankommt und übersetzt mal wieder für ausländische potentielle Fahrgäste ins Englische, was denn eigentlich gerade Phase ist, denn offensichtlich ist die Evakuierungsdurchsage noch nicht ins Sänk-ju-for-träwellink-Handbuch aufgenommen worden.
Immerhin: die Frau, die die Durchsagen macht, ist auch nicht geräumt worden und sie schafft es unseren Zug anzukündigen. Man möchte Beifall spenden, hält sich dann aber doch zurück.

All das, um dann schließlich kurz vor knapp nach hektischem Geradel durch den Dämmerungsnieselregen in der Uni zu erfahren, dass die Veranstaltung heute ausfällt und mir aber niemand Bescheid gesagt hat (obwohl/weil ich letzte Woche gefehlt hatte und die anderen sehr wohl informiert waren).

Von den viel zu vielen ignoranten Menschen auf den viel zu engen Gehwegen ganz zu schweigen. Denen, die es nie in Betracht ziehen, sich dem Fluss der Masse auch nur einen Hauch anzupassen, voraus- und auf die anderen zu schauen, minimal auszuweichen, um andere nicht abzudrängen, ihren Schirm ein winziges Stück zu heben oder zu neigen, um den Gegenverkehr nicht zu behindern... Hat man diese Leute heute alle zum ersten Mal zur Feierabendzeit auf die Straße gelassen??? Ist ihnen dieser theoretisch sehr gut mögliche Anpassungs-und-Ausweich-Reigen gänzlich unbekannt oder halten sie sich schlicht für etwas Besseres?
Und bin nur ich das, die dieser Egozentrismus wahnsinnig macht?

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