RE7 Richtung Rheine
Ein Mann (Mitte 30, sehr korpulent, ebenso ungepflegt) kommt auf ein älteres Ehepaar zu, spricht für das ganze Abteil gut hörbar:
- Tschuldigung, ist hier noch frei?
- Ja.
- (Der Mann setzt sich.) Fahren Sie auch bis Hagen Hauptbahnhof?
- Nein.
- Ich fahre bis Hohenlimburg.
- ...
- Bis wohin müssen Sie denn fahren?
- Bis Wuppertal.
- Ach so. Ich fahre bis Hohenlimburg.
- ...
- Is warm heute, ne?
- Ja.
- Wirklich sehr, sehr warm heute.
- ...
- Sie wolln sich auch nich’ so unterhalten, ne?
- Nein.
Der Mann steht auf und geht. In der anderen Waggonhälfte:
- Ha’m Sie Lust sich zu unterhalten?
...
Hach ja, der Auftakt zu einem ereignisreichen Nachmittag. Wenige Minuten später kommt die Durchsage:
„Aufgrund eines Böschungsbrandes verzögert sich unsere Weiterfahrt Richtung Wuppertal auf unbestimmte Zeit.“
(Mist, und ich denk mir noch: Mensch, sei clever, nimm nen frühen Zug – abends soll’s ja Unwetter geben, da sind dann wieder die Gleise unterspült und alles... Jaha, im Gegenteil!)
Irgendwann hieß es dann, dass das mit den Löscharbeiten wohl noch dauere und unser Zug hier ende, bzw. nun wieder zurück nach Köln führe. „Ich empfehle Ihnen auszusteigen und mit der Schwebebahn nach Wuppertal Hauptbahnhof zu fahren und von dort zu sehen, wie Sie weiterkommen.“
Die Bevölkerung von Wuppertal-Vohwinkel war sichtlich beeindruckt, 400 schwitzende, schwer bepackte Menschen durch die Straßen ziehen zu sehen. Schön auch die Gewissheit, dass egal, wie warm es gerade draußen in der Sonne ist, es drinnen in der Bahn gleich dank großzügig aufgeheiztem Metall und 400 schweißtriefenden Leuten mindestens noch 10 Grad heißer sein wird. Aber immerhin sind wir alle gemeinsam über die Wupper gegangen, äh gefahren. Spontane Solidaritätszusammenschlüsse, biginning off bjutifull frendschipp...
Am Wuppertaler Bahnhof bekamen wir dann auch noch den RE7 Richtung Rheine, also den, der eine Stunde (plus 10 Minuten Verspätung) später fuhr. Den, der also die gleiche Strecke gekommen war, die doch angeblich so lange gesperrt sein sollte.
Wie? Ihr meint, da hätten wir ja gleich in Wuppertal-Vohwinkel bleiben und in Ruhe nen leckeren Eiskaffee trinken können, um dann eine Stunde später entspannt in den Folgezug einzusteigen??? Aber dann wäre ich doch nicht mit der Schwebebahn gefahren! Und ich hätte den Hasen und den Igel nicht kennen gelernt! Und den blinden Maulwurf! Und ich hätte nie herausgefunden, wie weich so ein großes, rotes Plüschsofa ist!
Ein Mann (Mitte 30, sehr korpulent, ebenso ungepflegt) kommt auf ein älteres Ehepaar zu, spricht für das ganze Abteil gut hörbar:
- Tschuldigung, ist hier noch frei?
- Ja.
- (Der Mann setzt sich.) Fahren Sie auch bis Hagen Hauptbahnhof?
- Nein.
- Ich fahre bis Hohenlimburg.
- ...
- Bis wohin müssen Sie denn fahren?
- Bis Wuppertal.
- Ach so. Ich fahre bis Hohenlimburg.
- ...
- Is warm heute, ne?
- Ja.
- Wirklich sehr, sehr warm heute.
- ...
- Sie wolln sich auch nich’ so unterhalten, ne?
- Nein.
Der Mann steht auf und geht. In der anderen Waggonhälfte:
- Ha’m Sie Lust sich zu unterhalten?
...
Hach ja, der Auftakt zu einem ereignisreichen Nachmittag. Wenige Minuten später kommt die Durchsage:
„Aufgrund eines Böschungsbrandes verzögert sich unsere Weiterfahrt Richtung Wuppertal auf unbestimmte Zeit.“
(Mist, und ich denk mir noch: Mensch, sei clever, nimm nen frühen Zug – abends soll’s ja Unwetter geben, da sind dann wieder die Gleise unterspült und alles... Jaha, im Gegenteil!)
Irgendwann hieß es dann, dass das mit den Löscharbeiten wohl noch dauere und unser Zug hier ende, bzw. nun wieder zurück nach Köln führe. „Ich empfehle Ihnen auszusteigen und mit der Schwebebahn nach Wuppertal Hauptbahnhof zu fahren und von dort zu sehen, wie Sie weiterkommen.“
Die Bevölkerung von Wuppertal-Vohwinkel war sichtlich beeindruckt, 400 schwitzende, schwer bepackte Menschen durch die Straßen ziehen zu sehen. Schön auch die Gewissheit, dass egal, wie warm es gerade draußen in der Sonne ist, es drinnen in der Bahn gleich dank großzügig aufgeheiztem Metall und 400 schweißtriefenden Leuten mindestens noch 10 Grad heißer sein wird. Aber immerhin sind wir alle gemeinsam über die Wupper gegangen, äh gefahren. Spontane Solidaritätszusammenschlüsse, biginning off bjutifull frendschipp...
Am Wuppertaler Bahnhof bekamen wir dann auch noch den RE7 Richtung Rheine, also den, der eine Stunde (plus 10 Minuten Verspätung) später fuhr. Den, der also die gleiche Strecke gekommen war, die doch angeblich so lange gesperrt sein sollte.
Wie? Ihr meint, da hätten wir ja gleich in Wuppertal-Vohwinkel bleiben und in Ruhe nen leckeren Eiskaffee trinken können, um dann eine Stunde später entspannt in den Folgezug einzusteigen??? Aber dann wäre ich doch nicht mit der Schwebebahn gefahren! Und ich hätte den Hasen und den Igel nicht kennen gelernt! Und den blinden Maulwurf! Und ich hätte nie herausgefunden, wie weich so ein großes, rotes Plüschsofa ist!
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